Aktuelles

MÄRZ 2018

 

Updates der Anamnesetabletts in der Institutskaffeeküche – hier gab es noch einige freie Steckdosen!

Mit der letzten Aktualisierung der Software durch aidminutes wurde die Bedienbarkeit besonders für Menschen ohne Erfahrung mit digitalen Medien noch einmal verbessert. Außerdem werden die Patient*innen nun am Ende der Anamnese befragt, ob sie die Kommunikationshilfe gut bedienen konnten und ob ihre wesentlichen Beschwerden und Anliegen erfasst wurden.

Die bisherigen Projektergebnisse werden auf zwei Konferenzen im Frühjahr vorgestellt und diskutiert: Frank Müller wird auf einem Fachforum zum Thema „Sprachmittlung“ auf der Armut und Gesundheit Konferenz in Berlin referieren, Ghefar Furaijat wird im Mai Ergebnisse auf dem Frühjahrskongress der European General Practice Research Network in Lille (Frankreich) vorstellen.

 

FEBRUAR 2018

Im Projekt werden nun zwei Doktorandinnen betreut:

  • Nele Hillermann mit dem Thema: „Antibiotikaverbrauch in der medizinischen Versorgung von Geflüchteten und Migrant*innen“ und
  • Sara Hassanin mit dem Thema: „Prescription pattern of Analgesics, Antidepressants, and Hypnotics in Refugee Population”.

Eine weitere Doktorarbeit, in der die Verwendung und der Nutzen der Anamnesesoftware ausgewertet werden, ist in Vorbereitung.

 

JANUAR 2018

Nachdem wir festgestellt haben, dass die Patient*innen über den Sozialdienst nicht gut erreichbar sind und im Regelbetrieb nur sehr wenige die Anamnese am Tablet ausgefüllt haben, verlegen wir die Rekrutierung nun sukzessive in die Krankenstation. Da auf der Krankenstation keine Dolmetscher*innen zur Verfügung stehen, haben wir zwei Wochen lang einen möglichen Ablauf getestet, um herauszufinden, ob Patient*innen die Anamnese-Tablets auch ohne vorheriger Funktionserklärungen in entsprechender Sprache nutzen werden. Gemeinsam mit den Kollegen von aidminutes haben wir Patient*innen direkt im Wartezimmer in deutscher oder englischer Sprache und durch Zeigen und Vorführen die Benutzung der Anamnesesoftware erklärt. Teilweise wurden wir von anderen Patient*innen unterstützt, die das Tablet schon kannten. Auf diese Weise haben an 8 Tagen 43 Patient*innen das Tablet verwendet und 38 haben die Anamnese vollständig durchlaufen. Vier Personen konnten die Anamnese nicht beenden, weil sie vorher ins Behandlungszimmer gerufen wurden und eine Person hat die Anamnese aus anderen Gründen abgebrochen. Dieser Testlauf hat gezeigt, dass es auch ohne detaillierte Sprachkenntnisse möglich ist, Patient*innen die Bedienung der Tablets zu erklären und sie damit in die Studie einzuschließen.

Verwendete Sprachen

Abb. Verwendete Sprachen

Da auf der Krankenstation keine Dolmetscher*innen für die Aufklärung bereitstehen, haben wir die Aufklärung zur Studienteilnahme vorverlegt: Ab Frühjahr werden alle potentiellen Patient*innen gleich nach ihrer Ankunft in Friedland durch Dolmetscher*innen über die Studie informiert und ein schriftlicher informed consent eingeholt. Entsprechende Informationsmaterialien auf unterschiedlichen Sprachen (u.a. auch als Video) wurden erstellt. Durch dieses Procedere ist zudem sichergestellt, dass Patient*innen Rückfragen zur Studie durch Dolmetscher*innen unmittelbar beantwortet werden können. Im Wartezimmer wird dann mündlich noch einmal die Bereitschaft zur Partizipation in der Studie erfragt. Zukünftig sollen zwei studentische Hilfskräfte die Ausgabe der Anamnese-Tablets an die Patient*innen im Wartezimmer übernehmen.

 

DEZEMBER 2017

Bei den Projektpartnertreffen am 17. November 2017 haben wir uns unterstützende und finanzierende Institutionen eingeladen, um den Projektstand und die Intervention im Grenzdurchgangslager Friedland selbst zu begutachten und mit uns den Zwischenstand zu diskutieren. Es zeigte sich eine durchweg positive Resonanz über das nach gut 6 Monaten Projektlaufzeit erreichte Zwischenziel: Die funktionsfähige Implementation der Kommunikationshilfen unter Studienbedingungen. Gerade die Genauigkeit der Symptomabfragen und der Detaillierungsgrad der möglichen Schilderungen sowie die Sprach- und Dialektsensibilität überzeugten die Anwesenden. Auch das Göttinger Tageblatt berichtete über das Projekt hier.

Hands on im Warteraum der Krankenstation. v.l.n.r.: A. Krüger (AOK Niedersachsen), H. Jeschonnek (KV Niedersachsen), H. Hörnschemeyer (GDL Friedland), B. Burchhardt (aidminutes)

 

Im Gespräch vertieft: F. Müller (Institut für Allgemeinmedizin), M. Wunderling-Weilbier (Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung), C. Morys-Wortmann (Gesundheitsregion Göttingen/Südniedersachsen)

 

 

 

NOVEMBER 2017

14.11.2017. Um die Nutzerzahlen der ersten Wochen im Regelbetrieb weiter zu steigern, haben wir unterschiedliche Ideen sondiert, mehr Patienten auf die Möglichkeiten der digitalen Anamnese aufmerksam zu machen. In der vergangenen Woche haben wir dafür Poster designed und geplottet, die möglichst auch ohne Sprachkenntnisse verstanden werden sollen. Dies wird flankiert von Flyern in unterschiedlichen Sprachen. Die Poster mit unterschiedlichen Formaten werden im Sozialdienst, der Krankenstation, den Unterkünften und an anderen markanten Orten im Grenzdurchgangslager ausgehängt, die Flyer werden ebenfalls ausgelegt. Zusätzlich soll in den Informationsveranstaltungen für Neuankömmlinge auf die Möglichkeit der digitalen Anamnese hingewiesen werden.

Poster, frisch geplottet.

 

Das „Zukunftsforum Niedersachsen“, ein aus Experten aus den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft bestehendes und von der Landesregierung eingesetztes Fachgremium hat das DICTUM-Projekt als Beispiel Guter Praxis benannt. Im Abschlussbericht des dritten Arbeitszyklus zu Chancen der Digitalisierung empfehlen sie der Landesregierung „die Verbreitung der digitalen Kommunikationshilfen zu unterstützten; sowohl in weiteren Erstaufnahmeeinrichtungen als auch durch die Implementierung im breiten medizinischen Versorgungsbereich in der Fläche (Hausärztinnen und Hausärzte / Krankenhäuser / Notfallaufnahmen etc.)“.

Den vollständigen Artikel über das DICTUM-Projekt finden sie hier.

Den Gesamtbericht finden sie hier

Weitere Informationen finden sich auch auf der Homepage des Zukunftsforum Niedersachsen.

 

Am 06.11.2017 haben wir über das DICTUM-Projekt beim hausärztlichen Qualitätszirkel Hardegsen (Praxis Dr Löber / Dr. Knöpfel) berichtet. Danach nutzten einige Kollegen die Chance, an den vier mitgebrachten Tablets sich selbst an der Bedienung zu versuchen – allerdings in der deutschen Version.

 

OKTOBER 2017

Wir laden unsere Kooperationspartner herzlich zu einem ersten Kooperationspartnertreffen ein.

Das Treffen findet am Freitag, 17. November 2017 von 11 bis 13 Uhr im Grenzdurchgangslager Friedland im Haus 4, Raum 126 (1. Etage) statt.

An diesem Tag möchten wir über den aktuellen Stand im Projekt berichten und die Räumlichkeiten vor Ort zeigen.

Die beteiligten Partner wurden für dieses Treffen gezielt eingeladen. Sollten Sie Interesse daran Treffen haben aber nicht angeschrieben worden sein, würden wir uns über eine kurze E-Mail (info@dictum-friedland.de) freuen.

In der zweiten Oktoberwoche haben wir begonnen das Personal der Sozialstation und der Krankenstation im Umgang mit der Software und dem gesamten Studien-Ablauf zu schulen. Zudem wurde die Software mit einigen Patient*innen (bzw. bei minderjährigen Patient*innen mit deren Eltern) getestet. Die ersten Erfahrungen sind ermutigend. Um die Erfahrungen strukturiert zu sammeln, werden Feldtagebücher geführt.

Pflegepersonal auf der Krankenstation im GDL Friedland

Die Entwicklung, Prüfung und Überarbeitung der Software zur Einsatzreife unter Studienbedingungen ist nahezu abgeschlossen. Die technischen Anlagen in der Krankenstation sind weitgehend installiert. Bisher eingepflegte und benutzbare Sprachen sind:

  • Deutsch,
  • Arabisch (MSA, Marokkanisch, Syrisch, Tunesisch, Ägyptisch),
  • Farsi,
  • Kurdisch (Sorani, Kurmanji),
  • Türkisch,
  • Pashto (Kandahari, Mashreki).

Die kurdische Sprache Feyli wird in Kürze hinzukommen. Ebenso fehlen noch bei manchen Sprachen Sprach- / Videoanteile, die von Dolmetscherinnen eingesprochen werden sollen, um Patienten die Wahl zu geben, ob sie lieber von einer Frau oder einem Mann durch das Programm geführt werden möchten.

Seit Anfang des Monats wird das Projekt von drei medizinischen Doktoranden unterstützt, die durch das Projekt aufgeworfene Teilfragestellungen näher untersuchen.

 

SEPTEMBER 2017

Wir haben unser Projekt im Deutschen Register für klinische Studien registriert.

Die DRKS-ID der Studie lautet: DRKS00013076. Die Studieninformationen sind zudem an die WHO übermittelt worden und im dortigen Studienverzeichnis für Interessierte einsehbar.

Als Vorbereitung für die Datenaufnahme in der Evaluationsstudie haben wir gemeinsam mit dem Krankenpflegepersonal der Krankenstation ein digitales Fallerfassungssystem eingeführt, dass zudem die Arbeitsabläufe auf der Krankenstation vereinfachen.

 

JULI 2017

Zu dem Projektteam stoßen Dr. Evelyn Kleinert (Sozialwissenschaftlerin) und Ghefar Furaijat (Arzt) hinzu.

v.r.n.l. Evelyn Kleinert, Anne Simmenroth, Frank Müller, Ghefar Furaijat

Gemeinsam mit unserem Projektpartner aidminutes arbeiten wir an den mehrsprachigen Aufklärungsinformationen für teilnehmende Patienten. Dabei stellt sich heraus, dass sich bestimmte Begriffe (die in den Aufklärungsinformationen bei der Ethikkommission eingereicht wurden) kaum sinnhaft übersetzen lassen. In den unterschiedlichen arabischen Dialekten lässt sich z.B. der Begriff „Kommunikationshilfe“ kaum umschreiben. Die mit Dolmetschern diskutierten Alternativen gleichen Wortungetümern, die mutmaßlich eher für Unklarheiten sorgen würden. Wir haben daher eine Ergänzung an die Ethikkommission gestellt, um Fragenuancen grundsätzlich verändern zu können, um eine bessere Übersetzbarkeit zu gewährleistet. Dies ermöglicht es auch in anderen unterstützten Sprachen auf ‚einfache Sprache‘ zurückgreifen zu können.

 

JUNI 2017

Erste Ankündigung des Projekts in der Zeitschrift impu!se der Landesvereinigung für Gesundheit und Akademie für Sozialmedizin Niedersachsen e.V. sowie bei der Ärztekammer Niedersachsen.

Unterdessen kommen die ersten Materialbestellungen an: IPads, Festplatten zur Sicherung des (4k-)Videomaterials etc.

 

MAI 2017

Am 2. Mai 2017 überreichten Staatssekretärin Birgit Honé und Landesbeauftragter Matthias Wunderling-Weilbier den Förderbescheid an das Projekt-Team.

Gefördert werden innovative Projekte zur Anpassung von Unternehmen und Arbeitskräften an die gesellschaftlichen Veränderungen, sowie innovative Vorhaben, die den Zugang zu Gesundheits- und Sozialdienstleistungen verbessern. Die Mittel für dieses Programm stammen aus dem Europäischen Sozialfond (ESF).

v.l.n.r. Raphael Ebenhoch (Geschäftsführer der Malteser Diözese Hildesheim), Heinrich Hörnschemeyer (Leiter des Grenzdurchgangslagers Friedland), Boran Burchhardt (Leiter von AidMinutes), Anne Simmenroth (wissenschaftliche Projektleiterin), Frank Müller (wissenschaftlicher Projektleiter), Birgit Honé (Staatssekretärin), Matthias Wunderling-Weilbier (Landesbeauftragter)

 

APRIL 2017

Das DICTUM-Projekt hat zum 01.04.2017 begonnen. Ein Ethikvotum zur Durchführung des Projekts wurde von der Ethikkommision der Universitätsmedizin Göttingen eingeholt (16/3/17).

Projektbeginn ist 01.04.2017